| Bereits
in der Früh- und Mittelbronzezeit gab es wahrscheinlich Siedlungen
in unserer Region, wie Gräberfunde auf dem Wyler vermuten lassen. Der
1824 entdeckte Tempelbezirk von Allmendingen legt Zeugnis ab von der keltischen
und römischen Vergangenheit unserer Gegend. Die Ausgra-bungen des gallorömischen
Tempelbezirkes auf der Auchen- oder Bischofmatte beim Zelgli belegen, dass
Allmendingen damals Zentrum der "Region am See" (regio lindensis)
war. Keltische und römische Siedlungen wurden vermutlich später
vom alten Kanderlauf verschüttet. |
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| Urkundlich wird das Dorf Allmendingen erstmals 1287 bei der Teilung der Zehnten zwischen der Kirche Scherzligen (Kloster Interlaken) und Peter von Schoren erwähnt. Der Name erscheint in einer weiteren Urkunde aus dem Jahre 1291. Darin wird einem Berner Arzt, Egidius Gilg, als Dank für die Schenkung seiner Güter in Allmendingen an das Kloster Interlaken der Bau einer Kapelle zu Ehren der Heiligen Jungfrau in Allmendingen zugesichert. Der ehemalige Standort dieser Kapelle ist nicht mehr sicher auszumachen. | ![]() Blick vom Wylerhubel Richtung Nord-Westen um 1900 (Foto I.Wyss) |
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![]() Blick vom Wylerhubel Richtung Nord-Westen 1993 (Foto I. Wyss) |
Bestimmt stand sie am uralten Oberlandweg, und zwar entweder unten am Lindenhubel beim Lindenbrunnen, oben auf dem Wyler oder auf dem Gelände des ehemaligen gallorömischen Tempelbezirkes. | ||||
| Für den Namen des Dorfes sind zwei Erklärungen möglich. Entweder ist es eine alemannische Ansiedlung eines Sippenführers namens "Alawand", woraus mit der Endung "-ingen" Allmendingen entstand, oder der Name rührt von der Geländebezeichnung der Umgebung, der "Allmend", her. Das eigentliche Dorf wurde im Mittelalter an und auf der Schorenwaldmoräne, geschützt vor Überschwemmungen, gebaut. Die bauliche Entwicklung von Allmendingen verlief vom Wyler, entlang der heutigen Wylergasse, bis zur Pfandernstrasse. Dieses Kerngebiet wurde seit dem 18. Jh. bis zum Ende des 19. Jh. als "Dörfli" bezeichnet. Seit der Kanderableitung von 1714, aber hauptsächlich seit die Burgergemeinde Strättligen ihre Allmendingen - Allmenden im 19. Jh. an Private verkaufte, verschob sich der Kern immer mehr in das Gebiet der heutigen Allmendingenstrasse/Allmendingen-Allee. | |||||
| Bis Mitte der letzten Jahrhundertwende
lebte die Bevölkerung fast ausschliesslich von den Erträgen des
kargen Bodens. Neue Verdienstmöglichkeiten brachte der Bau der eidgenössischen
Militärbetriebe und Zulieferwerke in der benachbarten Gemeinde Thun.
Der Verdienst in der Fabrik konnte oft nur als Zustupf zum Ertrag des kleinbäuerlichen
Heimwesens betrachtet werden. Mit der Industrialisierung in Thun nahm auch
die Wohnbautätigkeit in Allmendingen zu. Strättligen entwickelte
sich zum Arbeitervorort von Thun. Da das Arbeitseinkommen nach dem damaligen
Steuergesetz am Arbeitsort zu versteuern war, geriet die noch selb-ständige
Gemeinde Strättligen in eine finanzielle Notlage.1915 wurde der Gemeinderat
von der Gemeindeversammlung aufgefordert, mit der Stadt Thun Verhandlungen
zwecks Fusion aufzunehmen. Nach Volksabstimmungen in Thun und Strättligen
erfolgte die Eingemeindung am 1. Januar 1920. Durch diesen Autonomieverlust
waren wohl die finanziellen Sorgen gelöst, doch musste gerade Allmendingen
in der Folge erfahren, dass es einige Lasten wie zum Beispiel Autobahn,
Industriezonen mit dem damit zwangsläufig verbundenen Verkehr und Schiesslärm
vom nahen Waffen-platz zum Wohle von anderen zu übernehmen hatte.
Doch gerade hier fällt dem Allmendingen Leist bei der Gestaltung und Ent-wicklung unseres Dorfes eine wichtige Aufgabe zu. (Quellenhinweis: Louis Hänni, "Strättligen",
Schär Verlag Thun, 1997) |
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